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Information als Hinderniss

Information als Hinderniss

Information als Hinderniss


Infos als Hinderniss

Wir wollen einmal betrachten, welchen Mechanismen der Meinungsbildung wir unterliegen, wie diese unsere Entscheidungskraft beeinflussen und wie diese Regelmechanismen professionell genutzt werden – z.B. in der Werbung.

Denn gerade hier wird Information (auch gezielte Falschinformation) zum Hindernis, wenn diese vorbehaltlos konsumiert werden.
In einer Konsumgesellschaft, in der aufgrund permanenter Reizüberflutung nur mehr Extrembotschaften wahrgenommen werden, ist es leicht, Konsumenten in die Irre zu führen.

Dies gelingt in der Regel jedoch nur für eine gewisse, kurze Zeit und wird von der Zielgruppe im Nachhinein äußerst übel genommen.
Nehmen wir doch zum Beispiel die Schönheitsbranche.


Ein neuer Anbieter betritt den Markt und als Erster ist es die wachsame Konkurrenz, die sich nach einer umfangreichen Marktanalyse zum Handeln gezwungen sieht. Die Marktgebiete der Platzhirsche sind auf einmal akut bedroht. Die neue Firma ist in ihrem Angebot besser, billiger und die Mitarbeiter freundlicher als man selbst – also was tun?

Zu dem besteht nämlich das Problem, dass man in diesem Fall nicht mit effektiven, vergleichbaren Fakten arbeiten darf, den hier würde der Unterschied für die Patientin sofort sichtbar und ein positives Interesse wäre geweckt.

Man muss also mit dem ältesten Trick der Werbung arbeiten, Angst und Panik.
Diese ist natürlich zumeist unbegründet, zielt aber auf einen sehr empfänglichen Teil des Unterbewusstseins und setzt sich dort fest.

Für eine gewisse Zeit zumindest, bis die betroffene Person die Gründe dafür sucht und sich aktiv mit dem Problem auseinander setzt.
Zu abstrakt? Nun gut sehen wir uns ein Beispiel an.

Wenn sich ein Berufsstand gefährdet sieht, dann sind es nicht nur Werbeleute sondern auch Standesvertretungen und infolgedessen die Medien, die gerne auf den Panikmachezug aufspringen.

Ich kann meinen wirtschaftlichen Gegner nicht mit meiner Serviceleistung, der guten Arbeit oder einem tollen Produkt bezwingen, also muss ich ihn schlecht machen und das gelingt am besten, in dem Ich negative Bilder in die Köpfe der Leute projiziere und Urinstinkte wecke – ich versuche Angst zu schüren.

Angst zum Verunsichern. Angst, um zu lähmen.

Ein klassisches Beispiel war bis vor wenigen Jahren die Zahnheilkunde. Anbieter aus dem Osten drängten auf den Markt. Mit neuester Ausrüstung, dem Willen gute Arbeit zu leisten, einer Topausbildung und dazu noch zu unschlagbaren Preisen.


Da war von den etablierten Anbietern im eigenen Land objektiv nichts dagegenzuhalten. Bis auf eines – ach ja der Mitkonkurrent ist ja Ausländer, also nicht akzeptierter, weil deutschsprachiger Ausländer sondern ungarisch, italienisch oder was auch immer.

Interessanterweise hat dieses Argument und die darauf folgende Angst und Panikmache bei einer bestimmten Gruppe nie funktioniert – und das waren die jüngeren Leute. Multikulturell und weltoffen erzogen ist diese Gruppe anscheinend nicht anfällig auf alte Werbetricks.

Aber zurück zur Zahnheilkunde – sofort lief die Maschinerie, man könnte in den Auswirkungen sogar von einem kleinen Krieg sprechen, an.

Was so billig ist, kann ja nicht gut sein, es werden da sicher bösartige Materialien eingesetzt, wer weiß wo und ob die Kollegen überhaupt studiert haben, wir können die schlechte Arbeit dann wieder ausbessern und vieles mehr wurde in die Schlacht geworfen.

Ja sogar im Fernsehen berichtete dann immer eine Patientin (wohl gemerkt EINE, war aufzutreiben von Abertausenden die behandelt wurden), die über unsägliches Leid zu berichten wusste und dies in der Heimat natürlich nie passiert wäre. Eine Zeit lang schien es auch als würde sich die Medienarbeit bezahlt machen und die Kampagnen wirken.

Doch dann erschien das Mächtigste aller Werbemittel, unbeherrschbar von Medien, Werbeleuten oder sonstigen Meinungsmachern – die Mundpropaganda.

Immer mehr zufriedene Patienten erzählten zu Hause ihren Familienmitgliedern, den Arbeitskollegen oder Nachbarn von ihren guten Erfahrungen. Und diese „Werbung“ hat in den Köpfen der Leute einen viel höheren Stellenwert als was uns die Industrie versucht weiszumachen.

Denn hier bekomme ich eine ehrliche Meinung von einem geschätzten Menschen der weiß, wovon er redet. Somit war das Thema Zahnbehandlung im Ausland schnell vom Tisch. Keine noch so teure Kampagne könnte das positive Bild in den Köpfen der Leute verdrängen. Busse – ja Flugzeuge weise reisen Behandlungsbedürftige jede Woche aus deutschsprachigen Ländern an und das elementarste Gesetz der freien Marktwirtschaft – nämlich das der Bessere gewinnt – hat sich wieder einmal durchgesetzt.

Es sollen in der Regel objektive, vergleichbare Fakten sein die mich veranlassen aus einer Menge von Angeboten das für mich Optimale zu wählen.

Falscher, von der Werbung erzeugter Patriotismus ist hierbei überaus gefährlich, denn es geht um meine Gesundheit.
Sehen wir uns einfach ein paar unumstößliche Fakten an um die immer wiederkehrenden, beinahe schon langweiligen Argumente unserer ängstlichen Platzhirsche zu widerlegen.

Wir hören also immer wieder die Hochburg der Medizin liegt in den deutschsprachigen Ländern und man muss sich quasi glücklich schätzen diese überbezahlten Leistungen in Anspruch nehmen zu dürfen. Wenn dem wirklich so ist, warum wird dann die Prager Universität schon seit vielen Jahren als beste medizinische Ausbildungsstätte gewählt. meiden internationale Patienten Schönheitskorrekturen in Deutschland und Österreich, weil sie wissen, dass sich hier praktisch jeder Schönheitschirurg nennen darf und Ergebnisse im internationalen Vergleich dann auch so aussehen.Dass die Ausbildung international tätiger Ärzte oft um ein Vielfaches höher ist. (Abschluss mehrerer chirurgischer Fächer sind keine Seltenheit).

Auch unsere Ärzte verweisen oft auf den Umstand das Sie Zusatzausbildungen im Ausland erworben haben. Dies wird dann oft mit Urkunden an der Wand in der Praxis stolz dokumentiert. Für viele spezielle Operationen müssen sie sogar ins Ausland, weil das hierzulande gar nicht fachgerecht gemacht werden kann.

Für bestimmte Herzoperationen müssen sie nach Chicago (USA) oder bei gewissen Augenoperationen ist der Weg nach Moskau unumgänglich.

Da modernste Ausrüstung hierzulande meist nur in wenigen Universitätskliniken zu finden ist, in den ausländischen Spezialkliniken aber flächendeckend.

Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, sie soll aber nicht langweilen sondern zum Nachdenken anregen. Nie war es in der Geschichte der Menschheit so leicht seine Bedürfnisse zu befriedigen. Ohne viel Aufwand kann ich mir über das Internet erstklassige Informationen besorgen (bitte nicht verwechseln mit pseudowissenschaftlichen Seiten und von Werbenden durchdrungenen Foren), jeder Platz in Europa ist in kürzester Zeit für mich erreichbar und das, ohne zu einer elitären Minderheit (nämlich die der Reichen) zu gehören.

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